Göttingen, 9. Dezember 1776
Der Brieftext wurde anhand des Originals kritisch geprüft.
Johann Gottfried Röderer
Jakob Michael Reinhold Lenz (Weimar)
LKB
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rzlichen Dank sag ich Dir Liebster für Deinen Dukat, er gefällt
und dann ist er von Dir! Liebes Denkmal mir Mönchlein, und in
mich daß Du mich mißverstundst, mich in Mangel glaubtest und mir
, vielleicht nicht von des reichen Mannes Tisch zu werfen wolltest,
ster Freund, mein Bester den ich je hatte und haben werde, mich
er nie noch das mindeste so daß es gedrückt heiße. Hast mich auch
s Freytisches mißverstanden, ich käme in gar keine Relation
rscher dann ich könnte mir’s Eßen immer auf meine Stube bringen
keiner an, hätte auch derwegen niemand
hier
die geringste
d da ich nur bis Ostern bleibe so laß es wann Du bisher
ritt gethan hast, ists aber, so nehm ichs mit Dank an, und
r aus Strasburg kann continuiren und hieher kommen
gehe. Ich kann die Pursche hier nicht gar wohl dulden und
weder an mir noch ich an Ihnen was finden konnten, waren
ges,
á charge.
Sie schreyen immer
ανтos εpa
und –
hab keiner Seel von Dir weder geschrieben noch gesagt, als einen
uß an die Gesellschaft, und wann Du willst eine Abschrift Deiner Epistel. Die hab ich auch Boje geschickt mit ein paar Zeilen von mir, vielleicht antwortet Er.
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Dem kernhaften Müller werd ich erst noch schreiben, ich warte auf Antwort von Ihm. Aber sein Doktor wird sobald nicht gedruckt er arbeitet noch dran. Schade daß zwei
Strasb.
Theologen fast immer um uns waren, die schwer verdauen. Einen gräßlich schönen Hexenauftritt hat er mir draus gelesen.
Schreib mir doch liebster Freund Nachricht von deinem Schiksal und setze mich außer Sorgen wenigstens aus der Unruh meiner Ungewißheit ich will ja weiters nichts wißen. Lebe wohl ich liebe dich.
Hier hastu einen andern D. ich bat Dich ja zu vergeßen, bitte Dich aber nie zu vergeßen daß meinem Herzen nie wohler ist als wenn ich an Dich denke als Freund, nur sey glücklich und sorgenfrei. Dein stäter Alter Röderer.
Deiner meisterhaften Epistel bin ich zu gering ein Compliment zu zu machen, gefallen aber hat sie mir ungemein
Röderer

Göttingen d 9. Decemb 1776.

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Vom 13 huius hab ich Antwort, Er dankt Dir und schon ist Deine Epistel zu Leibzig , wo er sie wie meine Demosth. Rede eingerückt im December zu sehen hofft. Ich mußte vor 8 Tagen diesen Brief wieder zurüknehmen, weil er nur mit fahrender Post geht und erst heute d. 15 dieselbe von hie abgieng. Lebe wohl mein Allerbester. P.S. Hr Boje bietet mir seine Gefälligkeiten an, und so bald ich Ihm wieder schreibe werd ich um den Freitisch für mich oder meinen Bruder ansuchen. Gieb mir nur auch bald Nachricht von Dir mein Allertheuerster liebster Freund.

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Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens:


An Herrn
rn
Lenz
abzugeben bey
Herrn
Hofrath Wieland

zu Weimar

mit 1 Ducaten
Provenienz
Riga, Latvijas Akadēmiskā Bibliotekā, Ms. 1113, F. 25, V. 32, Nr. 48; Textverlust durch Ausriss. Handschriftlicher Vermerk „11“, „17“; rotes Siegel.