Den 27. Apr. 76.
Promemoria
an
Wieland, Goethe, Lenz.
Ich kehre mein Viertelstündchen, u: bis es herunter gesandet
hat, schreib’ ich Euch, lieben Drey, was mir einfällt.
Wieland.
Den herzigen Brief vom 15. Apr. empfangen! Dank!
Freude – über die Wiedergenesung der Kranken!
Werthes
sagte mir, was Du in solchen Fällen leidest.
Ich bin Erstaunen gesund; aber mein stilles Weibchen hat viele, viele Leibesbeschwerden.
Goethe.
Komm’ ich dann auch zu keiner Stunde, wo ich Dir wieder einmal mein gedrücktes Herz leeren kann! o Gotethe – nur noch ein paar Stunden neben Dir aufm obern Lindengraben – oder aufm Bett’ im Saale!
Lenz.
Du hast nun die Briefe vom
nochlebenden Lindau?
Sey ruhig des Bildes wegen.
Werthes
ist nicht mehr in Lausanne.
Wieland.
Aus Mißverstand ist
Pirkheimer
auf ein klein Täfelgen radirt worden. Ich behalte das vor mich, und laß einen andern machen.
Goethe.
In
Baden
und Weiningen
hab ich wieder einmal satt von Dir gesprochen. Goethe
und Lavater
sind der Text
des leztern Thema Publikums
für die liebe Studiosi.
Wieland.
Ich bin, Gott weiß, äußerlich der glüklichste Mensch. Was meine Seele innwendig zerreißt – weiß nur
Gott.
Lenz.
Ich habe noch nichts von Deinen neuern Dingen gesehen. Ach! mein Lieber! wärst Du bey mir!
Goethe.
In 8. Tagen hoff’ ich
Schloßern
zusehen; verspreche mir viel von ihm.
Goethe – Wieland u: Lenz.
Wollt’ Euch gern meinen
Abraham
senden, wenn’s nicht mehr kostete, als im Buchladen. Verzeiht.
Adieu
– Ihr guten Lieben!
Laßt uns würken, weils Tag ist! Es kommt die Nacht, da niemand würken kann. Amen. Den 27. Apr. 76. J. C.
Lavat.
zwei Abgrenzungsstriche
Der Wielandin Kuß für mein Weibchen hab ich noch in Petto – wollen erst eine Menge andre einziehen. Hab aber schon ein Lächeln zum voraus durch die Ankündigung erhohlt.
Wieland.
Kayser
wünscht seine Poesieen in Merkur gedrukt.
Urtheile.
Briefwechsel dreyer akademischer Freunde.
(Ulm bey Wohler) . . . fließend; doch etwas mattfließend; Bisweilen süßlicht, und etwas fade. Übrigens voll Gutherzigkeit und für Studenten eine treffliche Lektüre. Sehr selten Geniespuren, desto mehr nüzliche Erinnerungen. Über die vielen Urtheile über lebende Personen – urtheilen wir nicht, nur kann hierüber allen Jünglingen in öffentlichen Schriften die überlegteste Behutsamkeit – nicht genug angerathen werden.
—
—
Ephemeriden der Menschheit
oder Bibl. der Sittenlehre und Politik.
Erstes Stük 76. Basel. Wirthschaft, Sitten, Freyheit
– der Gegenstand dieser Monatschrift. – Dieß Stük enthält viel Merkwürdiges. Das Beßte – der Brief von Schlosser
an Iselin
über die Philantropinen.
—
—
Auf den
Mist
mit, wenn’s nicht gefällt.
Schlusszeichen